Archiv der Kategorie 'Start'

NoG20: Nachtreffen für Betroffene von Repression und Polizeigewalt am 13.7. um 19 Uhr

Für alle, die in Hamburg gegen den G20-Gipfel aktiv waren, bieten wir am kommenden Donnerstag (13.7.) um 19 Uhr ein Nachtreffen im Infoladen an. Wir wollen einen ersten Raum schaffen, um sich über die massive Repression und Polizeigewalt auszutauschen und über das ‚‘Wie weiter danach?'‘ zu sprechen. Kein Mensch sollte mit den Erfahrungen alleine bleiben.

Wer zu dem Termin nicht kann: Schreibt uns gerne eine Mail an jena@rote-hilfe.de

Hausdurchsuchung in Jena

Im Rahmen der Ermittlungen um die Gegenproteste gegen den Fackelmarsch der Nazis am 20. April 2016 in Jena hat eine Hausdurchsuchung stattgefunden.
Sollten euch auch Vorwürfe gemacht worden sein, die diesen Tag betreffen, dann räumt bitte bei euch auf. Und falls es bei euch auch zur Hausdurchsuchung kommt, beachtet folgende Dinge:

- Atmet erst einmal tief durch und versucht Ruhe zu bewahren!
- Lasst euch den Durchsuchungsbeschluss noch auf der Türschwelle zeigen und lest ihn ruhig und genau durch.
- Notiert die Namen der Einsatzleitung und aller anwesenden Personen.
- Sagt während der Durchsuchung nichts zum Tatvorwurf!
-Bringt eure eigenen Zeug*innen bei und verlasst euch nicht auf die, die die Polizei mitbringt oder anbietet.
-Legt Widerspruch ein und achtet darauf, dass es protokolliert wird.
-Widersprecht auch der Tatsache, dass Dinge von euch mitgenommen werden (prüft im Durchsuchungsprotokoll, dass das explizit aufgeschrieben wird).
-Achtet darauf, dass die Durchsuchung der einzelnen Räume nur in eurer Anwesenheit oder der eurer Zeug*innen stattfindet.
-Durchsucht werden dürfen nur eure Räume und Fahrzeuge und gemeinschaftlich genutzt Räume. Wohnt ihr mit mehreren Menschen zusammen, schreibt ggf. Name und Geburtsdatum der einzelnen Bewohnis an die Zimmertüren.
-Ihr seid nicht zur Mithilfe verpflichtet (auch nicht zur Herausgabe von Passwörtern, PINs etc.).
-Ihr müsst nichts unterschreiben, tut das auch nicht!

Wenn der Zauber vorbei ist und ihr durchgeatmet habt, schreibt bitte ein Gedächtnisprotokoll und meldet euch bei uns.
Und es gilt wie immer: Bleibt ruhig und verbreitet keine Gerüchte. Solidarität ist eine Waffe!

Veranstaltung „Out of Action“ am 23.3. in Erfurt

Im frisch renovierten Erfurter Veto gibt es am 23.3. ab 19 Uhr eine Veranstaltung der Roten Hilfe Erfurt mit der Out of Action – Gruppe aus Leipzig:

Out of Action – Umgang mit Folgen von Gewalt und Repression im Kontext linker Kämpfe

Wer Widerstand leistet gegen bestehende Herrschaftsverhältnisse ist häufig mit Repression konfrontiert. Diese kann viele verschiedene Gesichter haben: gewalttätiges Vorgehen der Polizei, juristische Kriminalisierung, Überwachung oder Einsperrung. Ebenso vielfältig sind die negativen Folgen von Repression oder auch von Konfrontationen mit Nazis: neben leicht greifbaren Auswirkungen wie einer blutigen Nase oder finanzieller Belastung durch Prozesskosten gibt es auch weniger offensichtliche Auswirkungen wie emotionalen Stress bis hin zu einem psychischen Trauma. (mehr…)

15.2. VG Gera: Wolja-Anmelder VS. Polizei Thüringen

Am kommenden Mittwoch, 15.2.17, findet am Verwaltungsgericht Gera (Rudolf-Diener Str. 1 Haus 2, Saal 109) ab 11 Uhr eine Verhandlung statt, in der die Klage eines Kundgebungsanmelders gegen das Überrennen der Kundgebung durch die Bereitschaftspolizei verhandelt wird. Hintergrund der Verhandlung ist die brutale Räumung des besetzten Hauses in der Neugasse 17 am 7.12.2013. Während vor dem Haus noch eine genehmigte Kundgebung stattfand, kam unvermittelt eine behelmte Hundertschaft angerannt, warf die ersten Personen zu Boden – um sie danach folgerichtig wegen Widerstand anzuzeigen – und stürmte nach dem Freiprügeln der Straße das Haus. Angemeldet? Scheißegal. Der damalige Jenaer Polizeichef Rene Treunert hatte einfach die Schnauze voll. Wie klug das tatsächlich auch aus Sicht seiner Vorgesetzten und HelferInnen in Innenministerium und Verwaltungsgericht war, können wir uns nun drei Jahre später am Verwaltungsgericht anschauen.
Die Verhandlung ist überdies weniger im Einzelfall (mehr als drei Jahre nach dem Übergriff…), von Relevanz; vielmehr ist es ein weiterer Moment, in dem auf einer von vielen notwendigen Ebenen der Polizei im besten Fall ein paar Grenzen in ihrer Willkür gesetzt werden.

Bericht zur Wolja-Verhandlung vom 3.2.17

Am 3.2. verteidigte sich ein mutmaßlicher Hausbesetzer vor dem Jenaer Amtsgericht selbst bzw. zeitweise mit eine*r Laienverteidiger*in. Wieviel an Rechtsstaat, Grundrecht auf rechtliches Gehör und Prinzip der Öffentlichkeit übrig bleiben, wenn mensch einen Ton der Kritik äußert, könnt ihr in einem ersten Bericht zur Verhandlung lesen:
Eben deswegen! – Wie eine Gerichtsverhandlung mittelmäßiger Bedeutung zum Schauplatz offensichtlichster autoritärer „Rechtsstaatlichkeit“ wurde
Hier gehts zum Text.

Na endlich! Eine Gerichtsverhandlung.

Im Folgenden dokumentieren wir den Aufruf von Wolja:

Ein Aufruf zur aktiven, aufmüpfigen Begleitung der Gerichtsverhandlung
gegen einen mutmaßlichen Hausbesetzer. Wisst ihr noch? Die Besetzung in
der Carl-Zeiss-Straße 11 – im Sommer 2014? Die Staatsanwaltschaft Gera
erinnert sich auch noch und Herr Kleeßen als vorsitzender Richter hat
uns alle eingeladen, am 3. Februar um 9.00 Uhr bei ihm im Gerichtssaal 7
vorbeizuschauen. Hausfriedensbruch nach §123 StGB. (mehr…)

Wie schreibe ich ein Gedächtnisprotokoll?

Falls ihr am 9.11.2016 oder zu anderen Gelegenheiten Polizeistress hattet und mindestens eure Personalien aufgenommen wurden oder ihr von den Bullen verletzt wurdet, dann empfehlen wir euch dringend, so zeitnah wie möglich ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben. Das erleichtert euch, eurer Bezugs- und/oder Antirepressionsgruppe bzw. Rechtsanwält_in den Umgang mit einem Strafverfahren um Einiges! Die Rote Hilfe Dresden hat dazu einen kleinen Ratgeber veröffentlicht: (mehr…)

Egal wie alt, egal wie verletzt

Der Thüringer Ermittlungsausschuss begleitete die Gegenaktivitäten zum Fackelmarsch der Thügida-Nazis am 9. November in Jena. Der Einsatz der Polizei war mal wieder bemerkenswert. Weder wurde rechtskonform mit der Gewahrsamnahme von Minderjährigen umgegangen, noch wurde Rücksicht auf teils leichte, teils schwerere Verletzungen genommen, die die Betroffenen bei den Maßnahmen erlitten haben. Die (meistens jugendlichen) Menschen, die in Gewahrsam genommen wurden, saßen zum Teil ohne zu wissen, wo sie sind, in Gefangenentransportern auf der Strecke des Fackelmarsches fest. Eine Person musste mindestens eine Stunde in der mobilen Zelle warten, bis ein Rettungswagen gerufen wurde, um sie in die Klinik zu bringen.
Besonders die Beamt_innen aus Berlin haben sich hier durch gegenüber den Kolleg_innen aus Thüringen explizit geäußerten Willen zur hohen Zahl von Gewahrsamnahmen hervorgetan. Später die „vier verletzten Polizisten“ (OTZ v. 10.11.2016) in den Mittelpunkt zu stellen, von denen drei durch den wie immer massiven Einsatz von Pfefferspray ihrer Kolleg_innen verletzt wurden, bedarf keiner Kommentierung.
„Die Einsatzleitung war entweder sehr schlecht informiert oder hat absichtlich ein Verwirrspiel um den Verbleib der Personen in Polizeigewahrsam gespielt“, sagte Rechtsanwältin Kristin Pietrzyk im Nachgang der Ereignisse. Rechtsbeistände, der Ermittlungsausschuss und Freund_innen verbrachten Stunden mit der Suche nach dem Aufenthaltsort der vorläufig Verhafteten. So wurde z.B. eine Person für rund drei Stunden in eine 1qm²-Zelle im Gefangenentransporter gesperrt, um für eine 15minütige Personalienüberprüfung und Vernehmung in die Reithalle in der Kahlaischen Straße gebracht und danach freigelassen zu werden.
Die Thüringer Polizei hielt es am Rande der Gegenproteste offenbar für angebracht, einzelne Teilnehmende zielgerichtet und ausdauernd zu provozieren. „Uns wurde berichtet, dass kleine Grüppchen ohne erkennbaren Anlass von Beamt_innen aus Thüringen systematisch verfolgt und in eine Art Steh-Geh-Spiel verwickelt wurden. „Wir wissen nicht, was das soll. Wenn den Polizist_innen an einem solchen Abend langweilig ist, sollen sie Kreuzworträtsel lösen und nicht Leute belästigen!“, sagt Paul Brenner vom Thüringer Ermittlungsausschuss.
Der Ermittlungsausschuss ruft alle Menschen, die in polizeiliche Maßnahmen geraten sind, dazu auf, Gedächtnisprotokolle über die Geschehnisse zu verfassen. Sollte es zu Verletzungen gekommen sein, sollten sie von einem Arzt oder einer Ärztin dokumentiert werden. Wenn Post von Polizei oder Staatsanwalt kommt, empfehlen wir den Betroffenen sich bei der Roten Hilfe in Jena (jena@rote-hilfe.de) zu melden.

Verkürzte Sprechstunde am 09.11. !

Am kommenden Mittwoch, dem 09.11., findet die Sprechstunde nur von 20.00 bis 21.00 Uhr statt! Wer ein dringliches Anliegen hat und da nicht kann: Schreibt einfach eine Mail an jena@rote-hilfe.de (PGP-Key)

Because we are friends – Solidarität mit den drei Gothaer Antifaschisten!

In Gotha kam es in der Nacht vom 8. auf den 9. September zu einer Belagerung des Hausprojekts Ju.w.e.l. e.V. durch Polizei und Feuerwehr, bei der es um die Suche nach vermeintlichen Straftäter_innen ging. Stadtbekannte Nazis hatten zuvor verschiedenste Vorwürfe erhoben. Als mehrere Personen das Haus verließen, um einer Stürmung zuvorzukommen, wurden fünf von ihnen auf Zuruf der Nazis an die Bullen sofort gefesselt und teilweise misshandelt. Drei von ihnen kamen unmittelbar in Untersuchungshaft. Erst gegen Kautionszahlungen im vierstelligen Bereich kamen die Drei nach mehreren Tagen frei. Mehr Infos bei der Roten Hilfe Südthüringen und Kontakt zur Soligruppe „Free the three“ über den Infoladen Gotha: infoladengotha@riseup.net.
Um sie zu unterstützen, rufen wir hiermit zu Spenden und Solidaritätsaktionen auf!

Rote Hilfe Südthüringen
Iban: DE53 4306 0967 4007 2383 53
BIC: GENODEM1GLS (das ist ein O wie Otto, keine Zahl 0)
Verwendungszweck: Gotha

Wer lieber in bar spenden will, kann das gerne bei den Sprechzeiten der Roten Hilfe in Jena, Erfurt oder Südthüringen tun.